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Pöls (ehemalige Gemeinde)
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Pöls ist eine ehemalige Marktgemeinde (Markterhebung am 1. Juni 2004cite-ref-markt-1-0[1]) im österreichischen Bundesland Steiermark mit 2368 Einwohnern (Stand: 31. Oktober 2013)cite-ref-2[2] im Gerichtsbezirk Judenburg, Bezirk Murtal. Seit 2015 ist Pöls im Rahmen der steiermĂ€rkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Oberkurzheim zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde fĂŒhrt den Namen „Pöls-Oberkurzheim“.cite-ref-kundmachung-3-0[3]

Contents

‱ Geographie
‱ Gliederung
‱ Geologie
‱ Geschichte
‱ AnfĂ€nge
‱ Religionen
‱ Politik
‱ Gemeinderat
‱ Wappen
‱ Sport
‱ Verkehr
‱ Bildung
‱ Sonstiges
‱ Literatur
‱ Quellen
‱ Weblinks

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Geographie

Geographische Lage

Pöls liegt zwischen den sĂŒdlichen AuslĂ€ufern der Rottenmanner und Wölzer Tauern sowie der Seckauer Alpen im Pölstal. Die sĂŒdlichen Ortsteile Greith, Paig und Thalheim sind im bzw. an SĂŒdhĂ€ngen zum Murtal gelegen. Höhere Berge im Gemeindegebiet sind der Geigerkogel (1402 m), der Gerschkogel (1231 m), der Falkenberg (1158 m), der Raningerkogel (945 m) und der Wetzelsberg (1276 m). Der tiefste Punkt des Gemeindegebietes ist in der Mur an der Grenze zu Judenburg gelegen (ca. 710 m).

Gliederung

Die ehemalige Gemeinde gliederte sich in 14 Ortschaften (Einwohner Stand 1. JĂ€nner 2015cite-ref-4[4]):

‱ Allerheiligen (24)
‱ Allerheiligengraben (12)
‱ Enzersdorf (127)
‱ Greith (104)
‱ Gusterheim (195)
‱ MĂŒhltal (11)
‱ Offenburg (29)
‱ Paig (64)
‱ Paßhammer (15)
‱ Pöls (1538)
‱ Pölshof (23)
‱ Sauerbrunn (25)
‱ Thalheim (158)
‱ Thaling (83)

Die Gemeinde bestand aus den vier Katastralgemeinden (FlÀche Stand 31. Dezember 2023cite-ref-metadaten-fl-che-at-kg-quelle-5-0[5]):

‱ Allerheiligen (1.729,81 ha)
‱ Enzersdorf (353,81 ha)
‱ Pöls (517,31 ha)
‱ Thalheim (747,34 ha)

Geologie

Die den Ort umgebende Landschaft ist geprĂ€gt von glazialen Formen, EndmorĂ€nen und HĂŒgeln aus der letzten Eiszeit. Tief eingeschnitten in den Eiszeitschotter windet sich der Fluss Pöls, aus den Niederen Tauern kommend, durch Tal und Ort.

Nachbargemeinden bis Ende 2014

Geschichte

AnfÀnge

Hinweise auf eine Besiedlung dieser Gegend schon im 2. Jahrtausend v. Chr. geben zahlreiche Funde von Werkzeugen und GebrauchsgegenstĂ€nden aus dieser Zeit. Zahlreiche Indizien deuten auch auf eine Römersiedlung auf dem zum Murtal abfallenden Pölshals hin. An diesem Pölshals lag aller Wahrscheinlichkeit nach auch die römische Poststation MONATE. Hier traf die Römerstraße in einem Straßenknoten mit einer vom Aichfeld kommenden Nebenstraße zusammen. Relikte römischer Grabanlagen wurden bis in das beginnende 20. Jahrhundert hinein um Pöls herum gefunden.

FrĂŒhmittelalter

Nach 582 wanderten die Slawen von Osten her aus den von den Awaren beherrschten Gebieten ein. Die Siedlungen der Slawen mieden den sumpfigen Talgrund und waren hauptsÀchlich an den TalrÀndern zu finden. Viele Namen slawischen Ursprungs zeugen heute noch von der slawischen SiedlungstÀtigkeit.

Mit großer Wahrscheinlichkeit befand sich im Gebiet des Pölshals eine frĂŒhere Kirche, die als Kirche ad Undrimas im Jahr 767 vom Chorbischof Modestus geweiht wurde und im Bereich des Riedes Ingring Wochen vermutet wird.

Im Jahre 860 wird Pöls erstmals urkundlich erwĂ€hnt (als „curtis ad pelisam“ – der Gutshof am Pölsbach) und gehört somit zu den Ă€ltesten Orten der Steiermark. In der ersten HĂ€lfte des 9. Jahrhunderts setzte der Zustrom bayrischer Bauern ein. Nicht wenige slawische Siedlungen erhielten deutsche Namen, es gab jedoch auch SiedlungsneugrĂŒndungen durch die bayrischen Einwanderer. EinfĂ€lle von Ungarn brachten die bayrische SiedlungstĂ€tigkeit in der ersten HĂ€lfte des 10. Jahrhunderts kurzfristig zum Erliegen. Nach der fĂŒr die Ungarn desaströsen Schlacht auf dem Lechfeld (955) setzte die bayrische Kolonisation wieder umso stĂ€rker ein.

Hoch- und SpÀtmittelalter

Im 12. und 13. Jahrhundert kam es zu umfassenden Rodungen und zur Anlage vieler neuer Höfe, eine Entwicklung, die um 1300 ihren Höhepunkt erreichte. Das 14. Jahrhundert sah den Niedergang vieler Höfe in Lagen, die wirtschaftlich nicht lebensfĂ€hig waren (von 70 im Allerheiligengraben bei Pöls bewirtschafteten Höfen sind bis heute nur zwei Anwesen ĂŒbrig geblieben). In der zweiten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts war durch Zerschlagung des Großgutshofes „ad Pelisam“ und die Ansiedlung von Handwerkern und Taglöhnern das Dorf Pöls entstanden.

Übergang zur Neuzeit

Im 15., 16. und 17. Jahrhundert wuchs das Dorf Pöls. Etliche Handwerker und Keuschler siedelten sich hier an. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts stockt die rĂ€umliche Ausdehnung von Pöls fĂŒr etwa 200 Jahre, wahrscheinlich verursacht durch Wirtschaftskrisen, Seuchen und Kriege. Seit dem 18. Jahrhundert wurden die ĂŒblicherweise aus Holz gezimmerten HĂ€user (Holzkeuschen) abgelöst von aus Steinen gemauerten HĂ€usern. Aufgestockt wurden viele Objekte erst in den letzten 150 Jahren. Bis in die jĂŒngste Vergangenheit hinein war das Dorf umzĂ€unt. Selbstschließende Falltore versperrten die ZugĂ€nge als Schutz gegen eindringendes Weidevieh und Raubtiere.

In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich das bÀuerliche Dorf Pöls zum Industrieort.

Industrialisierung

Am Beginn der Industrialisierung standen die Hammerwerke im Pölstal (Anfang 16. Jhdt.), spĂ€ter folgten Sensenwerke und von 1865 bis 1901 wurde auch Eisen verhĂŒttet. 1700 begann Ferdinand FĂŒrst Schwarzenberg, der kurz zuvor das 1660 errichtete Schloss Gusterheim gekauft hatte, mit der Papiererzeugung in Pöls. Seit dieser Zeit ist die Geschichte der Gemeinde Pöls scheinbar untrennbar mit der im Ort befindlichen Papier- bzw. Zellstoffproduktion verbunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit der Gewinnung von Zellstoff aus Holzfasern die moderne industrielle Entwicklung eingeleitet.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Im Ersten Weltkrieg war Pöls von Kampfhandlungen verschont geblieben, jedoch waren 19 Soldaten aus Pöls gefallen. Durch wirtschaftliche Unsicherheit und materielle Not waren die ersten Nachkriegsjahre besonders schwierig. ZusÀtzlich brach am 10. Oktober 1920 die Maul- und Klauenseuche aus, die den Viehbestand betrÀchtlich dezimierte und erst im April 1922 beendet war.

Der Ausbau der Papierindustrie durch die italienische Firma BURGO ab 1921 ließ die Bevölkerung rasch wachsen. In der Folge vergrĂ¶ĂŸerte sich Pöls durch die Notwendigkeit, Wohnraum fĂŒr die Werksangehörigen zu schaffen und die daraus resultierende rege BautĂ€tigkeit, rasch. Wie in ganz Österreich war die politische Lage in den folgenden Jahren Ă€ußerst gespannt.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg blieb Pöls dank seiner inneralpinen Lage und der nicht kriegswichtigen Industrie von Zerstörungen weitgehend verschont. Zwar wurde des Öfteren Luftalarm gegeben (z. B. im Dezember 1944 31 Mal), jedoch wurde das Pölstal meist nur ĂŒberflogen. Nur einmal, am 7. Februar 1945, wurde Pöls von fĂŒnf leichten, amerikanischen Kampfflugzeugen im Tiefflug unter Beschuss genommen. Ziel war vor allem die Fabrik, jedoch hatten auch 21 PrivathĂ€user EinschĂŒsse. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Die meisten Luftangriffe in der Region wurden im MĂ€rz 1945 verzeichnet. Mehrmals war der Bahnhof Thalheim Ziel von Angriffen, so z. B. am 12., 14. und 25. MĂ€rz. Am 11. Mai 1945 wurde Pöls von der Roten Armee besetzt, kam jedoch in weiterer Folge wie die gesamte Steiermark unter britische Besatzung. Insgesamt fielen im Zweiten Weltkrieg 117 Pölser Soldaten.

Nachkriegszeit bis zur Gemeindeauflösung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sich eine rasante bauliche Entwicklung, die sich auf die Gestaltung des Ortsbildes nachhaltig auswirkte. Das neue AmtsgebĂ€ude der Gemeinde, die Kirche und der renovierte Pfarrhof bildeten nun den Kern des Ortes. Am Ortsrand entstanden Ansammlungen von EinfamilienhĂ€usern. In den letzten Jahrzehnten gingen die BemĂŒhungen der Gemeinde vor allem in Richtung der Hebung der allgemeinen LebensqualitĂ€t, was auch diverse Auszeichnungen bestĂ€tigen (siehe weiter unten).

Mit 1. Juni 1951 benannte sich Pöls in Pöls ob Judenburg umcite-ref-6[6], und am 1. JĂ€nner 1976 wieder zurĂŒck in Pöls.cite-ref-7[7]

Seit 2015 ist Pöls im Rahmen der steiermĂ€rkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Oberkurzheim zusammengeschlossen; die neue Gemeinde fĂŒhrt den Namen „Pöls-Oberkurzheim“.cite-ref-kundmachung-3-1[3]

Religionen

Laut der VolkszÀhlung 2001 waren 83,9 % der Bevölkerung römisch-katholische Christen, 2,5 % evangelische Christen, 0,1 % Muslime und jeweils 1,0 % der Einwohner hatten ein sonstiges bzw. ein nicht bekanntes Glaubensbekenntnis angegeben. 11,4 % der Pölser Bevölkerung waren ohne Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde

Politik

Gemeinderat

Vor der Gemeindezusammenlegung setzte sich der Gemeinderat nach der Gemeinderatswahl am 21. MĂ€rz 2010 zusammen aus:

‱ 9 SPÖ – Sozialdemokratische Partei Österreichs
‱ 3 ÖVP – Österreichische Volkspartei
‱ 3 DLK – Demokratische Liste Kaiser

BĂŒrgermeister

Letzter BĂŒrgermeister war Gernot Esser (SPÖ).

Wappen

Das Gemeindewappen der Marktgemeinde Pöls wurde im Jahre 1971 offiziell verliehen.

„In rotem Schild auf silbernem, mit einem roten Zahnrad belegten Dreiberg drei silberne gezinnte WehrtĂŒrme.“

Das Zahnrad symbolisiert die wirtschaftlich bestimmende Industrie, die drei WehrtĂŒrme sind ein Hinweis auf die drei umgebenden Burgen Offenburg, Reifenstein und Sauerbrunn.

StÀdtepartnerschaften

Pöls pflegt Partnerschaften mit:

‱ Deutschland Mainhausen, Deutschland
‱ Kroatien Medulin, Kroatien

Mit der Gemeinde Oberkurzheim bestand eine enge gesellschaftliche Verstrickung, weil viele öffentliche Institutionen (Volksschule, Hauptschule, Kath. Pfarrkirche, frĂŒher auch Gemeindeamt) fĂŒr beide Gemeinden zustĂ€ndig sind, bzw. das Gemeindeamt von Oberkurzheim sich bis vor kurzem in Pöls befunden hat.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch:

Liste der denkmalgeschĂŒtzten Objekte in Pöls-Oberkurzheim

‱ Katholische Pfarrkirche Pöls MariĂ€ Himmelfahrt: ErwĂ€hnenswert ist die im 12. Jahrhundert errichtete romanische Pfarrkirche, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit vier Jochen und einem Querschiff, die ein gotisches Kreuzrippengewölbe aufweist.

Die im barocken Stil gehaltene Innenausstattung stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert. Der Hochaltar ist ein Werk des Judenburger Bildhauers Balthasar BrandstÀtter. Neben der Kirche stehen der romanische Karner (derzeit AufbahrungsstÀtte) und eine gotische Totenleuchte.

‱ Im Norden von Pöls, auf einem Felsvorsprung des Geigerkogels, liegt in ca. 1050 m Seehöhe die um etwa 1074 erbaute Offenburg, die nach einem verheerenden Brand im Jahr 1590 rasch verfallen ist und heute nur noch der ehemals fĂŒnfstöckige Bergfried bis zur Höhe des hoch ĂŒber dem Erdboden liegenden Eingangstores erhalten ist.
‱ Im SĂŒdosten, am Falkenberg, liegt die Burgruine Reifenstein, die um 1145 im gotischen Stil erbaut und im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erweitert wurde. Als im Jahr 1809 Napoleon I. mit seinen Truppen einmarschierte und in der mittlerweile verlassenen Burg ein Lazarett einrichten wollte, wurden die DĂ€cher durch die Österreicher abgerissen und die Einrichtung weggeschafft, womit der endgĂŒltige Verfall eingeleitet wurde. Doch auch heute noch zeugen die mĂ€chtigen Ruinen von der einst so imposanten Burg. Der Zugang zur Ruine ist derzeit wegen Einsturzgefahr verboten.
‱ Am Pölshals, an einem SĂŒdhang des Murtales, liegt das um 1550 von Franz von Teuffenbach ĂŒber zwölf Mineralquellen errichtete Schloss Sauerbrunn. Kurz darauf folgte auch die Sternschanze, vermutlich eine befestigungstechnische Spielerei, deren tatsĂ€chliche Funktion wohl nie geklĂ€rt werden wird. Das Schloss Sauerbrunn ist aufgrund seiner Verwendung (AbfĂŒllanlage des „Thalheimer Mineralwassers“) bis heute sehr gut erhalten.
‱ Im Osten von Pöls liegt im gleichnamigen Ortsteil das Schloss Gusterheim, an dessen Standort im damaligen Dorf Unterkurzheim sich frĂŒher ein großer Bauernhof befand, der Gusterhof, dessen damaliger Besitzer Johann Christian Payrlechner von Lerchenthal am 24. August 1661 vom österreichischen Kaiser die Erlaubnis erhielt, diesen Hof in ein Schloss auszubauen und sich fortan von Lerchenthal und Gusterheim zu nennen. Der Name des Schlosses geht also auf die Verschmelzung der Wörter Gusterhof und Unterkurzheim zurĂŒck. Es dient heute der Adelsfamilie von Pezold als Wohnsitz.

Die Sternschanze bei Schloss Sauerbrunn

In unmittelbarer NĂ€he befindet sich oberhalb von Schloss Sauerbrunn die sogenannte „Sternschanze“. Es handelt sich um einen kleinen frĂŒhneuzeitlichen Wehrbau in vierzackiger Sternform, wie er in Nordeuropa wohl nur sehr selten errichtet wurde. Eine fortartige „Miniaturfestung“. Der eigentliche Grund fĂŒr die Errichtung ist bislang unklar. Da die Sternschanze in NĂ€he des Schlosses liegt, ist aber anzunehmen, sie diente zu dessen Schutz und zur sicheren Verwahrung von Wertsachen und als RĂŒckzugsort der örtlichen Bevölkerung und der Schlossbewohner in Kriegszeiten.

Der Burgenforscher Otto Piper beschreibt den Bau in seinem Buch Burgenkunde (1912) folgendermaßencite-ref-8[8]:

„Ein ganz besonders eigenartiger Bau ist ferner die Sternschanze, welche auf einem von der Natur wenig begĂŒnstigten GelĂ€nde etwa 100 Schritte von dem steiermĂ€rkischen Schlosse Sauerbrunn entfernt liegt. Innen vor dem (alten) ebenerdigen Eingang fĂŒhrt eine FalltĂŒr und Treppe in ein Kellergeschoß hinab. Das Eingangsstockwerk nebst dem darĂŒber liegenden sind ĂŒberwölbt. Vom ersteren aus fĂŒhrt (ausser spĂ€teren geradlĂ€ufigen Holztreppen) eine enge Wendelstiege (Wendeltreppe) in der sĂŒdwestlichen Mauerecke in die drei darĂŒber liegenden Geschosse (Abbildungen 170 I bis III auf S. 259). Ueber den besonderen Eingang des vorletzten (Geschosses) siehe S. 199. Unter den zahlreichen Schießscharten, welche ursprĂŒnglich allein das Innere notdĂŒrftig erhellten, sind besonders die röhrenförmigen (siehe Kapitel 12, S. 350) bemerkenswert. Die ĂŒber einem Kordonstein liegende Wehrplatte hat als Zinnenkranz eigenartige, nicht völlig klare Aufbauten, die nicht mehr ganz erhalten, auch vielleicht nicht ganz fertig geworden sind. DarĂŒber zwei parallele HalbwalmdĂ€cher. Von einem Abort oben in der sĂŒdöstlichen Mauerecke (siehe Kapitel 16) abgesehen, ist keine auf einen dauernden Aufenthalt von Menschen hinzielende Einrichtung vorhanden. Der um 1552 errichtete Bau scheint auch immer nur als Magazin gedient zu haben.“

Sowiecite-ref-9[9]:

„In besonderem Maße sind diese Scharten (Schießscharten) in zwei Stockwerken der sogenannten Sternschanze bei Sauerbrunn in (der) Steiermark ausgebildet (1, Verweis auf sein Buch ‚Österreichische Burgen‘, Band II, S. 175). Die 44 cm breiten und 53 cm hohen MauerkanĂ€le bestreichen hauptsĂ€chlich im unteren Stockwerk die gegenĂŒberliegenden Schenkel der stumpfen Winkel (allerdings bei der hohen Lage jener wohl nur im Hinblick auf eine Leiterersteigung), und augenscheinlich hat man nur um deswillen dem GebĂ€ude diese Sternform gegeben. Die MĂŒndung der beiden Schiessröhren auf der Westseite des unteren Stockwerkes siehe Bild 169 (S. 259) ĂŒber der ebenerdigen TĂŒr. Im oberen Geschoß, Bild 170 II, (S. 259) mĂŒnden die Röhren in der Ă€usseren Ausweitung anderer geradeaus gerichteter Scharten.“

Außerdem weist Piper darauf hin, dass der Hocheingang zum zweiten (Ober)Geschoß eine Aussparung (Falz) hat, in die eine ZugbrĂŒcke aufgenommen gewesen sein kann (siehe Abbildung 169 auf S. 259)cite-ref-10[10].

Die Abbildung 169 (S. 259) zeigt die dem Schloss Sauerbrunn zugewandte westliche Seite mit dem ebenerdigen Eingang des Erdgeschoßes und dem Hocheingang des zweiten Obergeschoßes (II). Die Querschnitte von drei Geschoßen (I, II, III) sind als Bild 170 auf S. 259 angefĂŒhrt. Es wurden wohl nur die Querschnitte der drei(?) Obergeschoße abgebildet, da die Abbildungen 170 I bis III nur in Abbildung II eine TĂŒröffnung aufweisen.

Sport

Zahlreiche sportliche BetÀtigungsmöglichkeiten:

‱ Fußballverein FSC Pöls
‱ Judo-Klub ASKÖ Pöls
‱ Murradweg R2
‱ Hallenbad und Bio-Badeteich
‱ Kartsport
‱ Reiten
‱ verschiedene alpine Skigebiete in unmittelbarer Umgebung (z. B. Lachtal, Hohentauern). Bis vor wenigen Jahren existierte im Gemeindegebiet ein Schlepplift und eine Skipiste auf dem Falkenberg. Der „Spornlift“ stand im unbestĂ€tigten Ruf, der steilste Schlepplift der Steiermark zu sein.
‱ Eisstock-Bahnen

Wirtschaft und Infrastruktur

Pöls lebt hauptsĂ€chlich von der Zellstoff- und Papierindustrie sowie der damit auch verbundenen Holzverarbeitung. In geringerem Ausmaß ist aber auch der Tourismus ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Hier stehen vor allem die guten Sportmöglichkeiten und die NĂ€he zur Formel 1 – Rennstrecke am Red Bull Ring (ehem. A1-Ring) in Spielberg (Entfernung rund 15 km) als Attraktionen bereit.

Verkehr

Pöls war in frĂŒherer Zeit ein Verkehrsknoten, da sich hier die Straßen aus dem Aichfeld mit der Passstraße ĂŒber den Triebener Tauern trafen. Noch heute kreuzen sich im Gemeindegebiet die Triebener Straße B 114, die B 114a (Alter Pölshals) und die Fohnsdorfer Straße L 503.

In Thalheim befindet sich ein ÖBB-Bahnhof an einer Teilstrecke der Rudolfsbahn die Zellstoff Pöls AG besitzt einen eigenen GĂŒterbahnhof, der an die Nebenbahnstrecke Zeltweg–Fohnsdorf angebunden ist.

AnsÀssige Unternehmen

Der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber in Pöls ist die zur Heinzel Group gehörende Zellstoff Pöls AG mit derzeit etwa 409 Mitarbeiterncite-ref-11[11], gefolgt von der Stenqvist Austria Ges.m.b.H. (ehemalige 3P Verpackungswerke) mit etwa 90 BeschĂ€ftigten.

Bildung

‱ Seit 1458 gibt es in Pöls urkundlich erwĂ€hnt eine Volksschule,
‱ seit 1969 die Hannes-Bammer-Hauptschule, die heute als Technische Hauptschule eine in technische Richtung orientierte Ausbildung anbietet (Schwerpunkte Informatik, ICDL und Maschinentechnik)

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

‱ 1874: Karl Herbst, Bezirkshauptmann des Bezirkes Judenburg (1868–1876)
‱ 1887: Alexander Setznagel (1801–1887), Abt des Stiftes St. Lambrecht (1865–1887)
‱ 1913: Johann Maier (1850–1929), HolzhĂ€ndler und sehr engagiertes Gemeindemitglied
‱ 1960: Josef SchartmĂŒller (1886–1969), BĂŒrgermeister von Pöls (1947–1960)
‱ 1975: Hannes Bammer (1922–2017), Landesrat
‱ 1977: Bruno Kreisky (1911–1990), Bundeskanzler
‱ 1978: Josef Schlager (1918–1987), Nationalratsabgeordneter (1966–1983)
‱ 1982: Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter
‱ 1985: Othmar Gall, BĂŒrgermeister von Pöls (1960–1985)
‱ 1991: Simon Koiner (1921–1994), PrĂ€sident der steierm. Kammer fĂŒr Land- und Forstwirtschaft (1971–1980), Landesrat (1980–1983)
‱ 2000: Karlheinz Staudacher, BĂŒrgermeister von Pöls (1985–2000)
‱ 2000: Alfred Regner, langjĂ€hriger Vize-BĂŒrgermeister von Pöls
‱ 2000: Peter Schachner-Blazizek (* 1942), Landeshauptmann-Stellvertreter
‱ 2001: PrĂ€lat Josef Jamnig (1924–2016), steirischer Caritasdirektor (1980–1994), Domkapitularcite-ref-12[12]
‱ 2005: Josef Fötsch (1932–2023), Pfarrer von Pöls (1969–2005)

Söhne und Töchter von Pöls

‱ Gudrun Baudisch-Wittke (1907–1982), Keramikerin, Bildhauerin, Malerin
‱ Walter Brunner (* 1940), Archivar und Historiker
‱ Fritz Ertl (1897–1974), Mitglied des Bundesrates (1961–1965)
‱ Philipp Geissler (1856–1933), Land-, Gastwirt und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus
‱ PrĂ€lat Josef Jamnig
‱ Simon Koiner (1921–1994), Landwirt, MultifunktionĂ€r und Politiker
‱ Ernst Korp (* 1947), Gemeindebediensteter und Politiker, Landtagsabgeordneter der Steiermark (1993–2000), BĂŒrgermeister von Pöls (2000–2012)
‱ Josef Schlager
‱ Alexander Setznagel OSB (1801–1887), Abt von St. Lambrecht 1865–1887
‱ Heribert Weber (* 1955), Fußballspieler und -trainer
‱ GĂŒnther Zgubic

Mit Pöls verbundene Persönlichkeiten

‱ Johann Baptist von Winklern (1768–1841), Geistlicher, Theologe und Historiker, Hauptpfarrer und Deachant von Pöls (1832–1841)
‱ Ottokar Maria Graf von Attems (1815–1867), Pfarrer von Pöls (1841–1849), FĂŒrstbischof von Seckau (1853–1867)
‱ Robert Gattinger (1902–1980), Maler und Grafiker
‱ Johann Kogler (* 1968), Fußballspieler und -trainer
‱ Andreas Mitterfellner (* 1981), achtfacher österreichischer Judo-Staatsmeister
‱ Gerald Nutz (* 1994), Fußballspieler
‱ Stefan Nutz (* 1992), Fußballspieler

Sonstiges

‱ „Seniorenfreundliche Gemeinde 2004“
‱ „Kinderfreundlichste Gemeinde der Steiermark 2003“ in der Kategorie 2501–6000 Einwohner
‱ „BĂŒrgerfreundlichste Gemeinde Österreichs 2000“ bis 5000 Haushalte
‱ „Schönstes Blumendorf der Steiermark 1999“

Literatur

‱ Walter Brunner: „Geschichte von Pöls“. Pöls ob Judenburg 1975
‱ Gemeinde Pöls (Hrsg.): Heimat Pöls – vom Ursprung zur Gegenwart. Pöls 2000

Quellen

‱ Walter Brunner: „Geschichte von Pöls“. Pöls ob Judenburg 1975

Weblinks

Commons

: Pöls

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Burg Reifenstein
‱ Offenburg

Einzelnachweise

cite-note-markt-11. ↑ GemeindeĂ€nderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 149. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF)
cite-note-22. ↑ Land Steiermark: EndgĂŒltiger Bevölkerungsstand am 31.10.2013 (Excel-Datei, 72 KB; abgerufen am 3. Februar 2025)
cite-note-kundmachung-33. ↑ Kundmachung der SteiermĂ€rkischen Landesregierung vom 14. November 2013 ĂŒber die Vereinigung der Marktgemeinde Pöls und der Gemeinde Oberkurzheim, beide politischer Bezirk Murtal. SteiermĂ€rkisches Landesgesetzblatt vom 2. Dezember 2013, Nr. 141, 34. StĂŒck, ZDB-ID 705127-x, S. 672, in der Fassung der Änderung (Namensteil „-Oberkurzheim“ im zukĂŒnftigen Gemeindenamen ergĂ€nzt) durch die Kundmachung der SteiermĂ€rkischen Landesregierung vom 27. MĂ€rz 2014, mit der die Kundmachung ĂŒber die Vereinigung der Marktgemeinde Pöls und der Gemeinde Oberkurzheim, beide politischer Bezirk Murtal, geĂ€ndert wird.
cite-note-44. ↑ Bevölkerung nach Ortschaften, Stand 1.1.2015, Statistik Austria. Abgerufen am 29. Juli 2015
cite-note-metadaten-fl-che-at-kg-quelle-55. ↑ Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. JĂ€nner 2025
cite-note-66. ↑ GemeindeĂ€nderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 125. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF) (LGBL. STM. Nr. 037/1951)
cite-note-77. ↑ GemeindeĂ€nderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 128. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF) (LGBL. STM. Nr. 063/1975)
cite-note-88. ↑ Otto Piper: Burgenkunde, Bauwesen und Geschichte der Burgen, zunĂ€chst innerhalb des Deutschen Sprachgebietes; Dritte Auflage, MĂŒnchen 1912; Neuauflage Weltbild Verlag Augsburg 1994, ISBN 3-89350-554-7, S. 259-260, S. 350 und 199
cite-note-99. ↑ Otto Piper: Burgenkunde, Bauwesen und Geschichte der Burgen, zunĂ€chst innerhalb des Deutschen Sprachgebietes; Dritte Auflage, MĂŒnchen 1912; Neuauflage Weltbild Verlag Augsburg 1994, ISBN 3-89350-554-7, Schießscharten der Sternschanze Sauerbrunn, S. 350, Abbildung auf S. 59
cite-note-1010. ↑ Otto Piper: Burgenkunde, Bauwesen und Geschichte der Burgen, zunĂ€chst innerhalb des Deutschen Sprachgebietes; Dritte Auflage, MĂŒnchen 1912; Neuauflage Weltbild Verlag, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-554-7, Hocheingang der Sternschanze Sauerbrunn mit ZugbrĂŒckenfalz, S. 199, Abbildung davon auf S. 259, Bild 169
cite-note-1111. ↑ Heinzel Group GeschĂ€ftsbericht 2017 (12,9 MB). (PDF) Heinzel group, April 2018, abgerufen am 9. November 2018.
cite-note-1212. ↑ Josef Jamnig im RegiowikiAT, abgerufen am 2. JĂ€nner 2017